Mangelnde Zahnpflege schlägt aufs Herz

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Mit einer guten Zahnpflege schenken Sie sich nicht nur ein bezauberndes Lächeln, sondern schützen auch Ihr Herz. Denn Entzündungen im Mundraum können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall fördern. Woher dieser Zusammenhang kommt und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Zahlreiche Studien zeigen: Entzündungen im Mundraum, darunter vor allem Parodontitis, treten gehäuft mit Herzerkrankungen auf. Wer sich regelmäßig die Zähne putzt, Zahnseide verwendet und zweimal jährlich professionelle Zahnreinigungen nutzt, kann Erkrankungen vorbeugen. 

Volksleiden Parodontitis

Jeder zweite Deutsche ist von Parodontitis betroffen. Neben Karies ist Parodontitis das größte Problem in der Zahnmedizin. Sie tritt hauptsächlich bei Erwachsenen auf. Es handelt sich bei einer Parodontitis um eine Entzündung des Zahnbettes, die durch Bakterien verursacht wird. Im weiteren Verlauf kann sie nicht nur zur Zerstörung des Zahnhalteapparates und zum Zahnverlust führen, sondern auch weitere Erkrankungen verursachen und begünstigen. Neben Karies ist Parodontitis das größte Problem in der Zahnmedizin.

Symptome einer Parodontitis:

  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • Zahnfleischrückgang
  • freiliegende und empfindliche Zahnhälse
  • Mundgeruch
  • unangenehmer Geschmack im Mund
  • lockere Zähne

Schleichender Prozess

Eine Parodontitis entsteht nicht von heute auf morgen. Die Entzündungen im Mundraum entwickeln sich meist in einem schleichenden Prozess über Jahre. Entscheidende Ursachen für die Entstehung sind mangelhafte Mundhygiene, Stress, und Rauchen. Wenn Bakterien, die sich als Zahnbelag auf den Zähnen und vor allem auch in den Zahnzwischenräumen ablagern, nicht regelmäßig entfernt werden, vermehren sie sich und führen unweigerlich zu Zahnfleischentzündungen, die sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten. Werden diese nicht behandelt, kommt es zu einer chronischen Entzündung, der Parodontitis.

Faktoren, die Parodontitis begünstigen:

  • mangelnde Mund- und Zahnhygiene
  • Rauchen
  • Stress
  • Medikamente
  • geschwächtes Abwehrsystems
  • Erkrankungen wie Diabetes und Rheumatoide Arthritis
MERKE! Eine gründliche Mund- und Zahnpflege ist der beste Weg, Entzündungen im Mundraum zu verhindern.

Zu einer gründlichen Mundhygiene gehören:

  • zweimal täglich gründlich Zähne putzen
  • Zahnseide verwenden (lassen Sie sich die richtige Anwendung in Ihrer Zahnarztpraxis zeigen)
  • Zahnzwischenraum-Bürsten
  • zweimal jährlich professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis
  • einmal jährliche Kontrolluntersuchung bei Ihren Zahnarzt

Hier (Link zu Parodontitis-Artikel) erfahren Sie, wie Ihr Zahnarzt eine Parodontitis behandelt und wie Sie Entzündungen im Mundraum effektiv vorbeugen.

Studien belegen Zusammenhang

Besonders in Langzeituntersuchungen stoßen Wissenschaftler immer wieder auf einen statistischen Zusammenhang: Schlechte Zähne erhöhen offensichtlich das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Wie genau das zustande kommt, kann noch nicht abschließend belegt werden. Erklärungen, gibt es hierfür verschiedene.

Bakterien: über Blutbahn zum Herzen

Ist der Zahnhalteapparat oder auch nur das Zahnfleisch von Bakterien befallen und entzündet, besteht die Gefahr einer sogenannten Bakteriämie – das Ausschwemmen von Bakterien in die Blutbahn. Besonders, wenn Bewegung in den Mund kommt, das heißt, wenn wir etwa kauen oder unsere Zähne putzen, können die Bakterien durch kleine Verletzungen, die wir insbesondere bei der Verwendungen von Zahnseide oft feststellen, in die Blutbahn geraten. Dort können sie zum einen eine Entzündung der Herzinnenhaut und Herzklappen auslösen und so sogar zu einer sogenannten Endokarditis führen. Zudem können sich auf diese Weise die Kranzgefäße entzünden. Diese Theorie unterstützt, dass bei Ablagerungen an Herzgefäßen bereits Zahnbakterien gefunden wurden.

Botenstoffe fördern weitere Entzündungen

Die zweite Erklärung lautet folgendermaßen: Bei jeder chronischen Entzündung werden Botenstoffe, sogenannte Zytokine, ausgeschüttet, die durch das Blut durch den ganzen Körper wandern und dabei Gelenke sowie Gefäße angreifen können. Dieser Zusammenhang von chronischen Entzündungen und Herz-Kreislauferkrankungen ist wissenschaftlich gut belegt. So ist zum Beispiel bekannt, dass Rheumapatienten oder Menschen, die unter anderen Autoimmunerkrankungen, wie Multiple Sklerose oder entzündlichen Darmerkrankungen leiden,  ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt aufweisen. Zum anderen wird auch auch vermutet, dass durch eine andauernde Infektionen im Mundraum eine Arteriosklerose, also eine zunehmenden Verhärtung, Verengung und Verkalkung der Arterien, gefördert und beschleunigt wird. Es wird nämlich immer deutlicher, dass auch der Prozess der Arteriosklerose letztlich entzündlich ist.

Parodontitis und Diabetes

Die bei einer chronischen Entzündung ausgeschütteten Zytokine haben auch einen Effekt auf den Blutzuckerspiegel. Sie können den Spiegel erhöhen, indem sie den Blutzucker daran hindern, in die Zellen zu gelangen. Der Körper schüttet daraufhin noch mehr Insulin aus. Denn das Hormon ist dafür zuständig den Zucker in die Zellen zu befördern. In der Folge erschöpfen die Zellen der Insulinproduktion immer mehr und es kann im schlimmsten Fall zu einem Diabetes kommen. Hier sind die Zellen nicht mehr in der Lage ausreichend Insulin zu produzieren,

MERKE! Vereinbaren Sie halbjährig einen Termin bei Ihrem Zahnarzt. Damit tun Sie nicht nur Ihren Zähnen und Ihrer Mundgesundheit etwas Gutes, sondern auch Ihrem Herzen. Auch Ihre Krankenkasse honoriert Ihre Vorsorge.

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